Sonntag, 4. Oktober 2009

Aus dem Land, in dem immer alles anders kommt ...

Wir haben lange ueberlegt, wie wir diesen Blogeintrag beginnen sollen, denn in den letzten Tagen ist so unglaublich viel schockierendes passiert. Wir hatten hier in der Region ein richtig schlimmes Unwetter, es hat tagelang wie aus Eimern geschuettet. Wir waren fuer 1 ½ Tage von der Aussenwelt abgeschnitten, hatten keinen Strom, kein Wasser und kein Handynetz. So haben wir nicht mal mitbekommen, dass ganz Karwar unter Wasser stand. In der Zwischenzeit haben wir sogar erfahren, dass eines der Doerfer, das von unserem Projekt unterstuetzt wird, unter einer Schlammlawine begraben wurde…
All das war und ist sehr erschuetternd fuer uns, wir haben bisher noch nie solch eine Naturkatastrophe erleben muessen. Doch trotz all der schlimmen Nachrichten, die uns hier schier teilweise erschlagen, geht es immer noch sehr gut und mittlerweile hat es sogar aufgehoert zu regnen. Fatima, unser gute Seele des Hauses, hat sich in den letzten Tagen liebevoll und fuersorglich um uns gekuemmert und uns bekocht, als draussen nichts mehr ging. Mit ihren 4 Enkelkindern, die auch hier im Office wohnen, haben wir die verregneten Nachmittage spielend verbracht.

Wir hoffen nun, dass hier bald wieder Normalitaet einkehrt und wir dann in unseren neu erarbeiteten Monatsplan starten koennen. Wir werden ab sofort (oder spaeter…) taeglich den Mitarbeitern hier im Office Englischunterricht geben. Ausserdem werden wir im Asha Kiran Hostel und im Child Resource Centre mit den Kindern ein Freizeitprogramm gestalten und auch Englisch unterrichten. Einmal die Woche werden wir die Sozialarbeiter bei ihren field visits begleiten und die verschiedenen Doerfer besuchen.
Genug jetzt von der Zukunft geredet, was ist bei uns in der letzten Zeit sonst noch so passiert?
Zuallererst wurden uns ganz offiziell, mit indischem Trara und deutschem Humor (dank an Herrn Tepel) unsere Fahrraeder ueberreicht, mit denen wir nun sozusagen die Strassen von Karwar unsicher machen (oder die Strassen eher uns?!?). Wir sind sehr froh, dass wir uns nun jederzeit zum naechsten Shop begeben koennen, um unsere - uns oft ueberfallende - Suessigkeitenlust mit Keksen und indischen Knabbereien zu stillen. Nun weiss auch schon die ganze Nachbarschaft, dass hier zwei indisch-gekleidete weisse Maedels wohnen und so werden wir bei unseren Fahrradtouren regelmaessig schon von weitem johlend begruesst (“Hey Germans, where are you going???” – wobei uns noch nicht klar ist, woher jeder weiss, dass wir aus Deutschland kommen…).


Ein weiterer Hoehepunkt der letzten Woche war fuer uns das Onam-Fest, das hier von den Familien aus Kerala (der Nachbarstaat von Karnataka) typisch indisch gefeiert wird. Zum ersten Mal durften wir dort von Bananenblaettern essen und die indische Kindlichkeit beim Musical-chair (= Reise nach Jerusalem) spielen live erleben. Gegen die lautstark unterstuetzten Inderinnen hatten wir natuerlich keine Chance und so flogen wir direkt in den ersten Runden schon raus. Aber noch nie war Verlieren fuer uns so lustig, denn allein das Beobachten des Spektakels war ein riesen Spass.


Nun sind wir auf die naechsten Tage hier gespannt, denn eins haben wir hier in Indien schon gelernt: Es kommt immer ALLES anders als erwartet (gedacht, geplant)…

Kommentare:

  1. Hey Hey Hay ihr 2.
    Freu mich das bei euch beiden alles gut läuft!!!!
    Drücke euch beiden auch weiterhin die Daumen, dass es auch weiter so gut läuft .

    Schatzi (coco) DU FEHLST MIR ganz ganz ganz arg
    Ich liebe dich dein Tobi

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  2. Matthias und Karin4. Oktober 2009 um 13:32

    Hallo Ihr Beiden,

    es ist schön wieder von Euch zu hören vor allem wenn man die Nachricht von den Überschwemmungen eben erst auf der T-Online Seite gelesen hat.
    Sind froh dass es Euch gut geht Viel Glück weiterhin. Gruß aus Darsberg

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  3. Hallo ihr Zwei, nun habt ihr mir eine Erfahrung voraus: Naturkatastrophen in Indien. Auch wir hier sind alle sehr betroffen und hoffen auf eure näheren Schílderungen. Im Moment habt ihr wirklich einiges zu verkraften.
    Danke für euer Durchhaltevermögen. Wir denken an euch!

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